Kinder lösen Konflikte selbst

Kinder lösen Konflikte selbst

Mit Sozialkompetenz gegen Gewalt

Nach dem Bensberger Mediationsmodell

Einleitung

Streiten will gelernt sein – ebenso wie alle anderen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die das Leben ausmachen.

„Kinder lösen Konflikte selbst (KLKS)“ ist ein Programm zur Gewaltprävention für Kindergärten, Horte, Grund- und Förderschulen. Es trägt dazu bei, dass Kinder mithilfe und durch die Vorbildwirkung der Erwachsenen lernen, Verantwortung für die Lösung ihrer Konflikte zu übernehmen und diese Konflikte zunehmend konstruktiv und gewaltfrei zu lösen. Das gelingt durch die Mediation, d.h. die Vermittlung in Konflikten durch neutrale, allparteiliche Personen.

KLKS basiert auf Elementen des erfolgreich erprobten Bensberger Mediationsmodells und wird ergänzt durch ein System an Spielen und Übungen zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz von Kindern. Unterstützend für eine positive nachhaltige Wirkung der Kindertrainings werden vor allem die Erzieher*innen und Lehrkräfte, aber auch die Eltern in das Projekt einbezogen.

Das wichtigste Ziel von KLKS ist die wirkungsvolle Prävention gegen Gewalt;

  • das Projekt bietet auch ein Interventionsverfahren für die friedliche Lösung akuter Konflikte an.

Rahmenbedingungen

Das Projekt dauert 3 Jahre und ist in Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Hort bzw. im Kindergarten zu realisieren. Die Einrichtungen werden in dem Projektzeitraum von ausgebildeten KLKS- Trainer*innen begleitet.

Voraussetzung für die Installierung des Projektes an der Einrichtung ist das Absolvieren eines 4-tägigen Basiskurses durch mindestens zwei Multiplikator*innen sowie eine Projektabsprache zwischen Leitungen, Multiplikator*innen und Trainer*in zur Umsetzung der Module an der Einrichtung.

Finanzierung

Das Projekt KLKS wird finanziell überwiegend von der Unfallkasse Sachsen gefördert. Die übrigen Kosten sind aus Eigenmitteln und/ oder anderen Fremdfinanzierungsquellen zu erbringen (LaSuB, Förderverein, Träger).

Alle weiteren Informationen sind in der Förderrichtlinie der Unfallkasse Sachsen zu Gewaltprävention zu finden:

Ziele des Projektes

  • Stärkung von Toleranz und Demokratie unter Kindern durch friedliche und selbstverantwortliche Lösung von Konflikten
  • Verbessertes Gruppen- und Klassenklima
  • Befähigung von Pädagog*innen, Konfliktgespräche mithilfe von Elementen der Mediation zu führen - sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen
  • Verbesserte Kommunikation mit Eltern

Gewinn für die teilnehmenden Einrichtungen

  • Alle Beteiligten in Schule, Hort und Kita erlernen Kommunikations- und Verhaltensweisen für eine friedliche und selbstverantwortliche Konfliktbeilegung. Hierfür werden sowohl die verbalen als auch die nonverbalen Kommunikationstechniken vermittelt.
  • Die Inhalte stellen eine wirksame Unterstützung im Bildungs- und Erziehungsanliegen dar.
  • Die Kinder werden befähigt, sich selbst besser zu reflektieren; im Projekt werden die Kinder u. a. angeleitet ihre Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und mit Ihnen umzugehen.
  • Die soziale Kompetenz, z.B. die Empathiefähigkeit der Kinder, wird gestärkt. Das führt zu einem besseren Klima in der Gruppe/Klasse.
  • Kinder werden befähigt, Verantwortung zu übernehmen.
  • Kinder an Grundschulen und Horten haben die Möglichkeit, Kinderstreithelfer*innen zu werden.
  • Eine lebendige Kooperation zwischen allen Beteiligten innerhalb einer Einrichtung sowie zwischen Schule und Hort bzw. ggf. zwischen Hort und Kita fördert ein konstruktives Miteinander.
  • Eine Zertifizierung nach drei erfolgreich absolvierten Projektjahren – verbunden mit einem sichtbaren Schild im Eingangsbereich – zeigt Außenwirkung.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Trainer*innen

  • führen die Multiplikator*innenschu­lungen und die Teamfortbildungen durch
  • stehen im Projektzeitraum als Ansprechpartner*innen zur Verfügung
  • vermitteln praktisches Wissen/ Methodik zum gewaltfreien Umgang mit Konflikten und arbeiten gewaltpräventiv auf Grundlage des Projektes „Kinder lösen Konflikte selbst“ (KLKS) unter Verwendung von Modulen des Bensberger Mediationsmodells (BMM)
  • empfehlen geeignetes Arbeitsmaterial

Multiplikator*innen

  • nehmen am Basiskurs teil und eignen sich Wissen und Fähigkeiten insbesondere zur „Erst-Hilfe im Streit“ sowie zum Ablauf des Gruppen-/ Klassentrainings an
  • sind Bindeglied zwischen den Kolleg*innen der Einrichtung, der Leitung und den Trainer*innen und übernehmen Verantwortung dafür, dass das Projekt am Laufen bleibt
  • organisieren und/ oder führen Gruppen-/ Klassentrainings in den Einrichtungen durch
  • begleiten ggf. die Kinderstreithelfer*innen an den GS (Ausbildung kann in Kooperation mit externen Partner*innen erfolgen)

Leitungen in Grundschule, Hort & Kita

  • schaffen Rahmenbedingungen, damit das Projekt erfolgreich in den Alltag implementiert werden kann
  • planen Teamfortbildungen ein
  • wählen die Multiplikator*innen mit aus undstellen sie für die Multiplikator*innenschulung und die Reflexionstreffen frei
  • behalten die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten im Blick
  • gewährleisten die Zahlung der durch die Trainer*innen gestellten Rechnungen
  • gewährleisten die Abrechnung ader Fördermittel,
    stellen den Eigenanteil sicher

 Kolleg*innen

  • nehmen an den Teamfortbildungen teil
  • wenden die „Erst-Hilfe im Streit“ an
  • sind offen für die Durchführung von Gruppen- und Klassentrainings in der eigenen Gruppe/ Klasse, führen ggf. diese selbst in Kooperation mit Multiplikator*innen durch.

Basiskurs für Multiplikator*innen der Einrichtungen

Die Multiplikator*innen werden auf ihre Aufgaben in Bezug auf das Projekt vorbereitet, sie erlernen und trainieren die Methoden und haben Gelegenheit zum Austausch mit Projektpartner*innen.

Kindergarten: 2 Erzieher*innen

Schule / Hort: 2 Erzieher*innen

Umfang: 32 UE (2 Blöcke je 2 Tage)

Teamfortbildungen für alle Kolleg*innen in Kiga, Schule und Hort

Vermittlung von Informationen zum Projekt für alle Kolleg*innen in den Teams

Kennlernen und Trainieren der „Erst-Hilfe im Streit“:

Mit der „Erst- Hilfe im Streit“ haben alle Beteiligten in Kita, Hort und Schule eine Interventionsmethode zur Verfügung, mit deren Hilfe ein Großteil der Konflikte operativ und zeitnah, selbstverantwortlich und zufriedenstellend gelöst werden kann.

Kennenlernen und Trainieren des Gruppen-/ Klassentrainings „Anders streiten/ Arbeit mit Streitgeschichten“ als präventive Maßnahme:

Alle Kinder der Gruppe/ Klasse erlernen präventiv den gewaltfreien Umgang mit Konflikten. Das regelmäßige Üben anhand von Streitgeschichten fördert schrittweise eine veränderte Haltung zu Konflikten, eine neue Herangehensweise an das Lösen von Konflikten und bereitet auf konstruktive, gewaltfreie Lösung „echter“ Konflikte vor.

Kinder lernen und trainieren:

  • sich an Regeln zu halten,
  • Gefühle im Streit zu benennen und zu erkennen,
  • den eigenen Anteil am Streit zu benennen,
  • zufriedenstellende Lösungen für Konflikte zu finden.

Kennenlernen und Ausprobieren von Spielen und Übungen, die die Entwicklung der Sozialkompetenz der Kinder fördern und die Projektziele ergänzend unterstützen: 

Die Themenbereiche der Spiele und Übungen entsprechen den Bildungszielen von Lehrplänen und dem Sächsischen Bildungsplan:

Ich und die Gruppe | Teamfähigkeit entwickeln | Gefühle erkennen und benennen | Kommunikation trainieren | Anerkennung bekommen und Wertschätzung geben | Stress bewältigen/ sich entspannen

Umfang: mindestens 2 Teamfortbildungen pro Team

Elternarbeit

  •  Information der Eltern zum Projekt
  • Gewinnung der Eltern als Partner*innen und Befähigung, die „Erst – Hilfe im Streit“ auszuprobieren

Ausbildung von Kinderstreithelfer*innen

Die Ausbildung von Kinderstreithelfer*innen wird individuell mit den teilnehmenden Einrichtungen besprochen und kann im Rahmen der fachlichen Begleitung umgesetzt bzw. unterstützt werden. Kinderstreithelfer*innen können auch durch externe Trainer*innen oder durch die Multiplikator*innen im Rahmen von GTA ausgebildet werden. Die Nutzung zentraler Ausbildungscamps des LaSuB ist ebenso möglich. Die Ausbildung von Kinderstreithelfer*innen ist kein Zertifizierungskriterium für das Projekt.

Fachliche Begleitung durch Trainer*innen und Projektkoordination

  • Unterstützung bei der Antragstellung
  • Bereitstellung eines Arbeitsmaterials für die Multiplikator*innen als Grundlage für die weitere Arbeit in den Einrichtungen
  • Coaching der Multiplikator*innen
  • Vernetzung und Fachaustausch der Multiplikator*innen
  • Beratung zur Streithelferausbildung
  • Zertifizierung der Einrichtungen

Kontaktmöglichkeiten & Ansprechpartner